Existenzbedrohende Arbeit

Eine quantitative empirische Studie im Jahr 2005 bei 105 Personalmanagern zeigte, dass Arbeitssucht reichlich weit verbreitet ist. Arbeitssüchtige Mitarbeiter haben anfänglich positive Auswirkungen für das Unternehmen. Mit zunehmendem Zeitverlauf nimmt der Nutzen jedoch kontinuierlich ab, weil Arbeitssüchtige krankheitsbedingt ausfallen, das Gruppenklima belasten und für Fehlentscheidungen verantwortlich sind. Unternehmen sollten aus diesem Grund die Liste der Indikatoren für Arbeitssucht ins Personalrisikomanagement aufnehmen.

08.11.2006
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Personaleinsatz

1. Wer, Wann, Wo ?

Dr. Ulrike Emma Meissner, Beraterin für Klein- und Mittelstandsunternehmen in Bremen, hat folgenden Artikel verfasst:

  • Meissner, Ulrike Emma (2006): Existenzbedrohende Arbeit. In: PERSONAL, 58. Jg. 2006, Nr. 5, S. 22-24

2. Woher, Wohin, Warum ?

Eine empirische Studie zeigt, dass es in deutschen Unternehmen reichlich und weit verbreitet Indizien für Arbeitssucht gibt.

Arbeitssüchtige kennzeichnet, dass sie nur schwer Aufgaben delegieren können und durch ein ausgeprägtes Kontrollverhalten anderen gegenüber auffallen. Sie sind Perfektionisten und erheben diesen Anspruch auch gegenüber Kollegen.

Unternehmen sollten die Liste der Indikatoren von Arbeitssucht ins Personalrisikomanagement aufnehmen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Arbeitssucht ist eine zwanghafte pathologische Fixierung auf die Arbeit. Aus betrieblicher Sicht erbringen Arbeitssüchtige bis zu einem gewissen Grad einen positiven Nutzen für Unternehmen. Doch in einem schleichenden Prozess bricht diese Nutzenkurve immer mehr ab, und es können hohe Kosten und Schäden für das Unternehmen entstehen.

Offenkundig wird die Krankheit, wenn der Arbeitssüchtige selbst plötzlich schwer erkrankt und über mehrere Monate fehlt. Typische Krankheitsbilder sind Herz-Kreislaufbeschwerden, Blackouts, permanente Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen, Geschwüre oder Rückenschmerzen.

Für die Unternehmen bedeuten diese Erkenntnisse, dass sie ihrer Fürsorgepflicht nachkommen müssen. Das betriebliche Umfeld sollte derart gestalten sein, dass die Mitarbeiter keine gesundheitlichen Beschwerden bekommen. Doch sind geregelte Arbeitszeiten und ein optimales Arbeitsumfeld trotzdem kein Garant dafür, dass Mitarbeit nicht arbeitssüchtig werden.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel ermöglicht einen Einblick in die Thematik der Arbeitssucht. Er bietet damit Praktikern und Theoretikern einen Einstieg.

5. Wie einzuschätzen ?

Der kurze Artikel nennt im ersten Teil eine qualitative empirische Studie bei 105 Personalmanagern. In einem zweiten Teil werden mögliche Folgen für den Betrieb aufgezählt. Der Artikel dient der Sensibilisierung für das Thema und kann ein Anstoss für betriebliche Massnahmen geben.