Corporate Governance aus der Praxisperspektive

Breuer beschreibt die Corporate Governance Problematik verbunden mit der Forderung nach mehr Ethik und Moral. Einfluss auf seine Meinung haben sowohl seine frühere Tätigkeit als Vorstandsmitglied als auch seine jetzige Tätigkeit als Aufsichtsratmitglied.

17.08.2003
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Konzern- und Führungsorganisation

1. Wer?, Wann?, Wo?

Autor: Dr. Rolf-E. Breuer Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank AG, Frankfurt am Main. Breuer hat folgenden Beitrag veröffentlicht:Breuer, R.-E. (2003): Corporate Governance. Formale und materielle Herausforderungen der Zukunft, in: Zeitschrift Führung + Organisation, 72. Jahrgang (2003), Nr. 1, S. 42-45.

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Breuer nimmt Stellung zum Thema Corporate Governance. Neben dem Verhältnis zwischen Aufsichtsorgan und Exekutive geht er auch auf die Bedeutung der persönlichen Integrität und Kompetenz ein. Zudem wird versucht, ein optimales Vergütungssystem aufzustellen.

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Der Vertrauensverlust in die Kapitalmärkte ist Ausgangspunkt für die auflebende Corporate Governance Diskussion. Gerade die in den USA auftretenden Unternehmungskrisen von "Worldcom" und "Enron" führten zu einer Verschärfung der "Spielregeln". Im Mittelpunkt aller theoretischen und praktischen Überlegungen stehen die Vorstands-/Aufsichtsratsvergütungen, die Unternehmungstransparenz und der "Market for Corporate Control". Das deutsche System, mit seiner Zweiteilung in Vorstand und Aufsichtsrat hat sich in der Praxis als gut erwiesen. Die Trennung von Kontrolle und Führung führt zu einer ausgewogenen Machtbalance, dennoch ergeben sich auch hier Verbesserungsmöglichkeiten. Breuer hebt hervor, dass es neben einer erfolgreich gelebten Corporate Governance auch auf das ethische und moralische Verhalten aller Beteiligten ankommt, denn die besten Regeln könnten Unternehmungszusammenbrüche nicht verhindern. In diesem Zusammenhang wird auch von "Corporate Citizenship" gesprochen, d.h. die Vorstandsmitglieder haben eine Vorbildfunktion inne und tragen die Verantwortung für die Belange des Gemeinwesens, der Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden. Verbesserungen der Corporate Governance Qualität bedürfen einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Kontrollorgan und der Executiven sowie Anpassungen in den Vergütungssystemen.

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Nicht nur die Sichtweisen von Theoretikern, sondern auch die der Praktiker spielen eine wichtige Rolle für ein Corporate Governance Verständnis. Es ist sehr interessant zu sehen, wie ein ehemaliges Vorstandsmitglied, nun aus der Aufsichtsratsichtweise, diese Probleme sieht.

5. Wie einzuschätzen?

Ein lesenswerter Beitrag, der nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Wissenschaft seine Beachtung finden sollte.