Personalentwicklung ist Chefsache

Eine Studie der Universität Bern zeigte, dass die Personalentwicklung (PE) eine grosse Herausforderung für viele Führungskräfte ist. Sie gehört eindeutig zur primären Führungsverantwortung, ist jedoch schwierig umzusetzen. Der Autor stellt ein Drei-Säulen-Konzept der PE vor, welches Neigungs- und Potenzialanalyse, bildungs- und stellenbezogene PE-Massnahmen enthält. Zudem geht er auf vier Thesen einer Expertentagung der Universität Bern ein. Zuletzt unterstreicht er die Bedeutung der Koordination zwischen Führungskräften und PE-Spezialisten in der Ausgestaltung des PE-Konzeptes.

01.11.2006
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Personalentwicklung

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal (IOP) der Universität Bern und Mitherausgeber des Buches Moderne Personalentwicklung (Wiesbaden 2006), hat folgenden Artikel verfasst:

  • Thom, Norbert (2006): Personalentwicklung ist Chefsache. In: Basler Zeitung, 164. Jg. 2006, Nr. 35, S. 32

2. Woher, Wohin, Warum ?

Das Institut für Organisation und Personal der Universität Bern hat eine Studie durchgeführt, in der Personalleiter über ihre grössten Herausforderungen befragt wurden.

In dieser Erhebung zeigte sich, dass die Personalentwicklung einen besonderen Stellenwert sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft hat.

Die Personalentwicklung ist nicht nur eine Spezialistenfunktion, sondern auch eine zentrale Aufgabe jedes Vorgesetzten und gehört zur primären Führungsverantwortung.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Nachhaltige Personalentwicklung (PE) basiert auf drei Säulen: Die erste Säule beinhaltet Informationen über die Leistung und das Entwicklungspotenzial der Mitarbeitenden. Die zweite Säule besteht aus bildungsbezogenen Massnahmen, d. h. Aus- und Weiterbildungen. Die dritte Säule wird durch stellenbezogene Massnahmen gebildet. Darunter ist z. B. eine Arbeitsplatzbereicherung zu verstehen, welche ein Wachsen des Stelleninhabers auf der Stelle ermöglichen soll.

Nachfolgend sind 4 zentrale Thesen aufgeführt, die an einer Expertentagung der Universität Bern erarbeitet wurden:

  • 1. These:Es reicht nicht aus, zahlreiche Einzelmassnahmen durchzuführen, um ein integriertes Gesamtkonzept zu erstellen. Das Drei-Säulen-Konzept stellt sicher, dass der Gesamtrahmen der PE stimmt.
  • 2. These:"Im Rahmen von Gesamtkonzepten soll es durchaus Schwerpunkte geben. Auf der Basis eines ausgewogenen Drei-Säulen-Konzeptes können Schwerpunktprogramme erstellt werden." (Thom 2006: 32).
  • 3. These:Es zeigte sich, dass sich Investitionen in Beurteilungssysteme lohnen. Die Beurteilung sollte aus der Sicht von mehreren Personen vorgenommen werden und in verschiedenen Situationen stattfinden.
  • 4. These:"Lernen am Arbeitsplatz und Karrierechancen werden immer differenzierter. Die Akzeptanz von Fach- und Projektkarrieren als Alternative zur Führungskarriere nimmt bei wissensintensiven Grossunternehmen zu." (Thom 2006: 32).

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel erläutert das Konzept der Personalentwicklung und bietet damit Führungskräften und Personalspezialisten Basiswissen.

5. Wie einzuschätzen ?

Der Autor geht zuerst auf die Führungsverantwortung der Vorgesetzten ein und stellt abschliessend Thesen zur PE vor. Zuletzt unterstreicht er die Bedeutung der Koordination der PE. Er weckt damit das Interesse der Leserschaft, sich bei Bedarf in das Sammelwerk "Moderne Personalentwicklung" (Wiesbaden 2006), das Norbert Thom zusammen mit Robert J. Zaugg herausgegeben hat, zu vertiefen.

Personalentwicklung ist Chefsache.pdf