Fitnessprogramm für Unternehmen - Plädoyer für permanenten Wandel

Erfolg kann trügerisch sein. Schwächen oder Fehler werden dann erst oft bemerkt, wenn es bereits zu spät ist. Permanente Bewegung, also Wandel, kann dem vorbeugen. Der Beitrag gibt eine Anleitung dazu.

17.08.2010
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Change Management, Management- und Führungskompetenzen, Managementtrends, Strategisches Management

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in Harvard Business Manager. 32. Jahrgang, August  2010, S. 35-41,

Autoren: Freek Vermeulen, Phanish Puranam und Ranjay Gulati

Freek Vermeulen ist Associate Professor für Strategisches und Internationales Management an der London Business School.

Phanish Puranam ist Professor für Strategisches und Internationales Management an der London Business School, außerdem Kodirektor des dortigen Aditya Birla Inida Centre.

Ranjay Gulati ist Professor für Unternehmensführung an der Harvard Business School 

2. Woher, Wohin, Warum ? 

Oftmals verlangt die Veränderung des geschäftlichen Umfeldes eines Unternehmens auch von der Firma selbst Wandel, um weiterhin erfolgreich bestehen zu bleiben. Aber auch in erfolgreichen Zeiten kann es sinnvoll sein sich zu verändern. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, warum eine Standardisierung von Wandel für Unternehmen wertvoll sein kann und wie dieser ausgestaltet sein sollte. 

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ? 

Die Autoren des Artikels vergleichen ein Unternehmen mit einem Organismus. Dieser Vergleich, der durch die Systemtheorie zunehmend an Bekanntheit gewonnen hat, zeichnet ein prägnantes Bild: Ein Organismus oder Patient bemerkt eine Krankheit oftmals erst dann, wenn es bereits zu spät ist; d.h. auch wenn die Geschäfte gut laufen ist es sinnvoll ständig zu überprüfen wo und wie Veränderungen notwendig sind.

Die Symptome in der Organisation entstehen dabei durch menschliche Gewohnheiten, die bekanntermaßen sehr stark sein können.

Die Struktur eines Unternehmens teilt bspw. naturgemäß Bereiche einander zu und ab. Die dadurch entstehenden Netzwerke fördern auf der einen Seite die Kommunikation innerhalb der Strukturen aber außerhalb findet sie nicht mehr statt. Einzelne Bereiche und Abteilungen, die sich gegenseitig bereichern könnten, werden so voneinander abgegrenzt.

Ziel ist es also durch stetige Veränderung die Kommunikation im Fluss zu halten auch über formelle Grenzen hinaus.

Routine führt dazu, dass Arbeitsabläufe erstarren und das Potenzial für Innovationen einschläft. Genauso können dauerhaft bestehende Machtverhältnisse sich negativ auf die Weiterentwicklung des Unternehmens auswirken.

Die Autoren plädieren in ihrem Artikel für eine permanente Überprüfung des Status Quo anhand eines kurzen Fragebogens, mittels dem es sich feststellen lässt, ob es Zeit für Veränderung ist.     

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist für alle Praktiker von Interesse, die an strategischen Entscheidungen ihres Unternehmens beteiligt sind und ein echtes Interesse an der Weiterentwicklung desselben haben. Ein gewisses Maß an Unbequemlichkeit ist sicherlich vonnöten, um in einer Organisation einen permanenten Wandel zu installieren. Eine entsprechende Unternehmenskultur stellt dafür die notwendige Rahmenbedingung dar.

5. Wie einzuschätzen ?

Gut lesbar und recht übersichtlich gehalten stellen die Autoren ihr Diagnoseinstrument und die Argumente dafür dar. Anhand von Praxisbeispielen wird die Relevanz untermauert. Allerdings kommt man nicht umhin einen leichten Eindruck von Oberflächlichkeit zu gewinnen. Nichtsdestotrotz vermittelt der Beitrag eine Idee der Umsetzbarkeit des standardisierten Wandels und vermag die Gründe für denselben zu vermitteln.