Die Stärken des Unternehmens richtig nutzen

Die Versuchung durch ein breit gestreutes Portfolio möglichst hohe Gewinne zu erzielen ist groß. Aber können Sie die ganze Palette mit ihren Fähigkeiten sinnvoll fundieren? Der Beitrag gibt Antworten.

20.09.2010
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Management- und Führungskompetenzen, Strategisches Management, Organisationsentwicklung

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in Harvard Business manager, September 2010, S. 72-80, Autoren: Paul Leinwand und Cesare Mainardi

Paul Leinwand ist Partner bei Booz & Company in Chicago.

Cesare Mainardi ist Managing Director des Nordamerika-Geschäfts von Booz & Company und Mitglied des Executive Committee der Beratungsfirma. 

2. Woher, Wohin, Warum ? 

 

Es besteht heutzutage ein großer Druck in der Wirtschaft für Unternehmen und ihre Führungskräfte zu wachsen. Prognosen und Kennzahlen die sich mit Wachstum beschäftigen sind gefragt und stehen im Vordergrund bei Strategiebesprechungen. Leinwand und Mainardi sehen diese Entwicklung kritisch und weisen in ihrem Beitrag auf einen Begriff hin, dem, ihrer Meinung nach, dieselbe oder vielmehr eine größere Bedeutung zukommen sollte: Kohärenz.

 

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ? 

 

Das Wachstum von Unternehmen geht heute häufig nicht vom Kerngeschäft aus sondern vielmehr und immer öfter von Zukäufen aus anderen Branchen. Und auch bei Rückzug aus bestimmten Märkten aus Konsolidierungsgründen werden oftmals alle Bereiche eines Unternehmens gleichermaßen finanziell eingeschränkt, um Gerechtigkeit zu wahren. Diese vordergründig sinnvollen Bestreben stellen sich allerdings langfristig als Milchmädchenrechnung heraus, wenn es um die Frage nach Kernkompetenzen geht.

Die Autoren stellen den Begriff der Kohärenz in den Vordergrund dieser Diskussion. Ihrer Meinung nach sollten Unternehmen ihr Produkt- und Serviceportfolio stets so zusammensetzen, dass jedes Angebot mit ihren Stärken und Fähigkeiten harmoniert. Alle Angebote die andere Fähigkeiten erfordern werden kompromisslos aussortiert. Die Unternehmensstrategie sollte sich also immer nach den eigenen Fähigkeiten ausrichten und nicht nur nach den Marktgegebenheiten. Prinzipiell klingt diese Forderung banal, zahlreiche Beispiele zeigen allerdings, dass das Streben nach kurzfristigen Gewinnmaximierungen ein anderes Bild zeichnet.

Außerdem weisen die Autoren deutlich darauf hin, dass nicht nur der Fokus auf Kernkompetenz alleine zielführend ist sondern nur eine durchdachte Kombination von Fähigkeiten auf spezifische Weise einen Mehrwert stiftet. Dieses gelingt durch die Verknüpfung von Geschäftsstrategie, dem System der eigenen Fähigkeiten sowie des Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Der Beitrag beinhaltet ein kurzes Diagnoseinstruments der Autoren mit dessen Hilfe die eigene Kohärenz festgestellt werden kann.

Der konkrete Mehrwert den Kohärenz schafft tritt in vier Dimensionen zutage: Erstens wird der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens gestärkt, zweitens leitet sie die strategischen Investitionen in die richtigen Kanäle, d.h. in solche die im Einklang mit den eigenen Fähigkeiten stehen. Drittens entstehen Skaleneffekte durch die Anwendung von immanenten Kompetenzen auf die gesamte Produkt- und Dienstleistungspalette. Viertens wird ein harmonisches Gleichgewicht zwischen strategische Absicht sowie operativen Entscheidungen geschaffen. 

 

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist für alle Führungskräfte von Interesse die sich auch mit strategischen Entscheidungen befassen. 

5. Wie einzuschätzen ?

 

Der Beitrag beschäftigt sich mit einem Thema das bereits viele andere Autoren thematisiert haben. Allerdings zeigen sie die Bedeutung einer breiteren Vernetzung der Thematik sowie die Möglichkeiten der daraus folgenden positiven Effekte auf. Mit interessanten Beispielen unterlegt liest sich der Beitrag eingängig und interessant lässt allerdings die erhoffte Anwendungsunterstützung durch das Diagnosetool etwas unerfüllt.