Zwei neue Organisationsprofile: „Business Analyst und Business Process Professional in prozessorientierten Organisationen“

Sowohl in Unternehmen, Foren, Verbänden und Literatur wird immer wieder die Frage gestellt, was ein moderner Organisator heute in einem Unternehmen leisten muss und für welche Themen und Aufgaben er zukünftig Verantwortung tragen soll. Einen Beitrag zu mehr Transparenz liefert der nachfolgende Artikel.

04.01.2011
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Management, Organisation, Human Resources

1. Wer, Wann, Wo ?

Der Beitrag stellt die Aufgaben dieser beiden Organisatorenprofile im Vergleich dar und ist eine Kurzfassung des in der zfo Nr. 02/2011 erschienenen Beitrages.

Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner ist Autor zahlreicher Beiträge und Grundlagenwerke zu den Themen Organisations- und Prozessgestaltung sowie Wissensmanagement.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Prozessorientierung erfordert eine grundsätzliche Veränderung innerhalb strategischer und operativer Handlungsfelder und löst die tayloristische Arbeitsorganisation ab. Im Fokus stehen flexible, dezentrale Organisationseinheiten. Durch die ganzheitliche Organisations- und Prozessbetrachtung werden Wirkungszusammenhänge deutlich, die bisher bei der traditionellen Unterscheidung von Aufbau- und Ablauforganisationen, verbunden mit hierarchischer Zergliederung von Aufgaben, das Erreichen des Gesamtoptimums verhindert haben. Abläufe werden transparent und offen für Verbesserungsansätze aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Es besteht jedoch Verunsicherung darüber, welche Rollenprofile diesen Paradigmenwechsel tragen und unterstützen sollen. Gefordert sind daher neue, d.h. klare abgegrenzte Organisationsprofile zur Analyse und Klärung der neuen Herausforderungen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Der in diesem Beitrag vertretene Vorschlag sieht den strategisch orientierten Organisator im Sinne eines Business Analyst, der das Management bei der Unternehmensstrategieableitung und -planung unterstützt. Der eher operativ orientierte Organisator als Business Process Professional bzw. Coach unterstützt die Processowner bei der Prozessoptimierung und -ausrichtung.

Diese Unterscheidung ist wichtig für die Berufswahl. Die Tätigkeit des Business Analyst als Mittler zwischen Fachbereich und IT ist sehr kundennah. Er muss strategische Zusammenhänge verstehen, betriebswirtschaftlich denken können und viel von IT-Technologie verste-hen. Der Process Professional dagegen muss sehr prozessbezogen denken und in Teams arbeiten.

In der Praxis gibt es für beide Disziplinen d.h. den Business Analyst und den Business Process Professional ein überschaubares Ausbildungsangebot, das bisher noch nicht auf explizite Normen ausgerichtet ist. Nach mehrjähriger Praxiserfahrung können der Business Analyst und der Business Process Professional ihre Erfahrung und ihr Wissen durch eine Zertifizierung nachweisen.

Für den Business Analyst gibt es die Möglichkeit, den Titel CBAP® (Certified Business Analysis Professional) gemäß den IIBA-Statuten zu erwerben (Praxiserfahrung 5 Jahre); ein Business Process Professional kann den Titel CBBP® (Certified Business Process Professional) gemäß ABPMP erlangen (Praxiserfahrung 2 – 4 je nach Ausbildung).

Die Zertifizierung zum CBBP® wird seit 2010 in Deutschland von der gfo | Gesellschaft für Organisation angeboten, die bis Ende des Jahres über 50 Teilnehmer zertifiziert hat. Es gibt dazu einige Anbieter, die Vorbereitungskurse zur Zertifizierungsprüfung anbieten.

Die gfo ist in abschließenden Vorbereitungen, auch die Zertifizierung zum CBAP® ab Mitte 2011 anbieten zu können.

Weitere Informationen dazu gibt es auf der Homepage der gfo (www.gfo-web.de).

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist insbesondere für Leser interessant, die in ihrem beruflichen Alltag den Ansprüchen eines sich ändernden organisatorischen Anforderungsprofils Rechnung tragen wollen oder müssen und auf der Suche nach einer geeigneten Differenzierung gegenwärtiger Berufsbilder sind.

5. Wie einzuschätzen ?

Der Beitrag liefert dem Leser ein differenziertes Bild bestehender Rollenprofile, die sich auf dem Weg zu einer prozessorientierten Denkweise formieren. Auf Basis der Beschreibung des IIBA und der ABPMP nimmt der Autor eine Einordnung der beiden Berufsbilder in die strategische und operative Organisationslandschaft vor.

Dateien:
 MITO-Organisationsprofile (236 kB)