Management von Wertschöpfungsnetzwerken in De-facto-Standardisierungsprozessen

Unternehmensnetzwerke gewinnen in der Praxis immer größere Bedeutung. Die heutige Wirtschaft, insbesondere die Wachstumsbranchen der Informations- und Kommunikationstechnologie, ist von einer immer stärker werdenden Bedeutung von Kompatibilitätsstandards gekennzeichnet. Dr. Marcus Ehrhardt verdeutlicht in seinem Beitrag die Notwendigkeit eines effektiven Managements von Wertschöpfungsnetzwerken zur erfolgreichen Etablierung einer Systemtechnologie.

20.04.2005
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Netzwerkorganisation

1. Wer, Wann, Wo ?

Dr. Marcus Ehrhard ist Engagement Manager bei der internationalen Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Der vorliegende Beitrag entstand im Rahmen eines Forschungsaufenthalts an der Stanford University, Graduate School of Business, wo Marcus Ehrhard den Einfluss von Standardisierungsprozessen auf die Entstehung von Unternehmensnetzwerken untersuchte.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Unternehmensnetzwerke gewinnen in der Praxis immer größere Bedeutung. Üblicherweise wird die Entstehung von Netzwerken über die Transaktionskostentheorie erklärt. Eine konkrete Überprüfung in der Praxis fällt jedoch mangels der Operationalisierbarkeit der Kriterien schwer. Bisher fehlt es an Untersuchungen, die dem Praktiker theoretisch fundiert konkrete Hinweise geben, woran man als Unternehmer die Entstehung eines Netzwerks erkennen kann, welchem Netzwerk man sich anschließen soll und wie man als Technologieführer die Entstehung eines Netzwerks komplementärer Produkte und Dienstleistungen rund um die eigene Technologie unterstützen kann.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Der Autor identifiziert das kritische Masse Problem als zentrale Frage für die Beitrittsentscheidung und damit auch für die Entstehung eines Netzwerks. Der Beitritt zu einem Netzwerk ist umso interessanter, über je mehr Mitglieder das Netzwerk bereits verfügt. Daher ist die Etablierung von Produkt- oder Technologiestandards und die Zugangsregelung zu diesem Standard die zentrale Stellgröße, um das weitere Wachstum und den unternehmerischen Erfolg des Netzwerkes zu begünstigen.

Geschlossene und offene Standards werden als alternative Optionen des Technologieführers dargestellt und an Beispielen wird die Vorteilhaftigkeit offener Standards erläutert. Die Öffnung von Technologiestandards hat wiederum Auswirkungen auf die Struktur und die Möglichkeiten der Steuerung von Netzwerken. Hier erläutert der Autor ausführlich die Möglichkeiten und Grenzen einer Open Systems Architektur.

Abschließend werden Konsequenzen für das strategische Standardisierungsmanagement herausgearbeitet.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist sowohl aus theoretischer Sicht als auch in seinen Implikationen für die Praxis als höchst interessant einzustufen. Insbesondere Unternehmen, die in Branchen mit konkurrierenden Technologiestandards agieren, können von den theoretisch fundierten und an ausführlichen Praxisbeispielen verdeutlichten Handlungsempfehlungen profitieren.

5. Wie einzuschätzen ?

Der Beitrag schließt eine Lücke der Netzwerktheorie hinsichtlich der Implikationen für die Managementpraxis. In dieser Hinsicht ist der Beitrag zum einen höchst innovativ und zum anderen äußerst praxisnah einzustufen.

Unter folgendem Link kann die Langfassung eingesehen werden:

09 Management von Wertschöpfungsnetzwerken in De-facto-Standardisierungsprozessen.pdf