Anforderungen an einen Teammanager im intraorganisationalen Netzwerk

Veränderungen der Wettbewerbssituation, die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und der gesellschaftliche Wertewandel führen dazu, dass Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt werden und ihre Strukturen an den Markt anpassen müssen. Jürg Badertscher erarbeitet in seiner Proseminararbeit einen Anforderungskatalog für einen Teammanager in einem intraorganisationalen Netzwerk. Im Weiteren diskutiert er die Grundmerkmale interner Netzwerke, das Organisationsprinzip der Modularisierung und die Teamorganisation.

12.05.2005
Badertscher Jürg
Übermittlung Ihrer Stimme...
1 2 3 4 5
7457x angezeigt
Organisation und Träger des Personalmanagements

1. Wer, Wann, Wo ?

Jürg Badertscher, Student der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bern, hat folgende Proseminararbeit verfasst:

  • Badertscher, Jürg (2004): Anforderungen an einen Teammanager im intraorganisationalen Netzwerk, Unveröffentlichte Proseminararbeit am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern, Bern 2004

2. Woher, Wohin, Warum ?

Durch Veränderungen der Wettbewerbssituation, Entwicklungen und Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnik und der Wertewandel in der Arbeitswelt und Gesellschaft, werden Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt.

Um sich an die veränderten Bedingungen anpassen zu können, muss ein Unternehmen flexibler und innovativer werden. Dies kann durch grundlegende Struktur- und Prozessentwicklungen, weg von hierarchisch-bürokratischen Führungs- und Organisationsformen, und hin zu einer internen Netzwerkorganisation, erreicht werden. Die Knotenpunkte in diesen intraorganisationalen Netzwerken bilden organisatorische Einheiten wie Gruppen, Teams oder Abteilungen. Die Organisation und Führung dieser überschaubaren und weitgehend autonomen Einheiten stellen den Teammanager vor neue Aufgaben.

Das Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines Kataloges, der die Anforderungen an Führungskräfte in Teams, als organisatorische Einheit im intraorganisationalen Netzwerk auflistet (vgl. S. 6).

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Intraorganisationale Netzwerke zeichnen sich durch eine flache Hierarchie, Dezentralisierung der Verantwortung, breit verankerte Beziehungs- und Kommunikationsprozesse sowie Koordination durch Regeln der Zusammenarbeit aus.

Für die Weiterentwicklung einer hierarchisch und funktional gegliederten Organisationsstruktur zu einem Netzwerk müssen zuerst die organisatorischen Einheiten der Unternehmung neu gebildet werden. Dies erfolgt im Rahmen der Modularisierung, welche die Unternehmensorganisation auf Basis integrierter, kundenorientierter Prozesse in relative kleine, überschaubare Einheiten (Module) restrukturiert (vgl. Picot/Reichwald/Wigand 2001: 230).

Die so entstandenen teilautonomen Teams müssen kooperieren und koordiniert werden, damit die gesamtunternehmerischen Ziele nicht aus den Augen verloren gehen.

Wird ein Team gezielt und effizient geführt, bringt die Teamarbeit viele Vorteile mit sich: die persönliche Kommunikation kann Konflikte vermeiden oder abbauen, den effizienten Austausch von Expertenwissen fördern, und die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit fördern. Ausserdem wirkt sich die Gruppenintegration motivierend und stimulierend auf die Mitglieder aus und die gegenseitige soziale Kontrolle macht eine Fremdkontrolle überflüssig (vgl. S. 13).

Damit sich diese Vorteile tatsächlich einstellen, muss der Teammanager über unterschiedliche personalwirtschaftliche Kompetenzen verfügen, damit er die teils neuen Anforderungen erfüllen kann. In einem intraorganisationalen Netzwerk werden ehemalige Managementaufgaben wie Meinungsbildung und Entschlussfassung auf die Teammitglieder übertragen und der Manager hat Zeit sich ganz auf die Menschenführung zu konzentrieren.

Badertscher identifiziert sieben Rollen eines Teammanagers, welche unterschiedliche Aufgaben umfassen und spezifische personalwirtschaftliche Fähigkeiten verlangen. Neben fachlichem Know-How und geeigneten Führungseigenschaften, muss ein Teammanager auch die hohen Anforderungen im zwischenmenschlichen und motivatorischen Bereich erfüllen (vgl. S. 19).

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Die Umstrukturierung von Führungs- und Organisationsstrukturen ist in Anbetracht der dynamischen Wettbewerbslandschaft und der stetigen Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien von grosser Aktualität. Die Arbeit zeigt Theoretikern und Praktikern die wesentlichsten Aspekte der Netzwerkorganisation und deren Umsetzung auf. Der erarbeitete Anforderungskatalog für einen Teammanager stellt die Aufgaben und die zu deren Verrichtung benötigten Kompetenzen übersichtlich dar und bietet somit Praktikern eine Hilfe bei der Beurteilung von Teammanagern.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Arbeit ist logisch aufgebaut und gut strukturiert. Sie gibt einen ersten Einblick in die Thematik von internen Netzwerken und deren Bildung. Der erarbeitete Anforderungskatalog für Teammanager bildet eine gute Grundlage für eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema.

Die Langfassung enthält die 20-seitige Proseminararbeit.

Anforderungen an einen Teammanager im organisationalen Netzwerk.pdf

Dateien:
 Anforderungen an einen Teammanager im organisationalen Netzwerk (82 kB)