Verlängerung der Lebensarbeitszeit - eine realistische Perspektive?

Die demographische Entwicklung wird in absehbarer Zeit zu einem Engpass an qualifizierten Arbeitskräften führen. Die Autoren zeigen in diesem Artikel auf, wie diesem Problem mit einer besseren Integration von älteren Arbeitskräften begegnet werden kann. Das in vielen Köpfen vorhandene Defizitmodell des Alterns muss abgebaut werden. Denn verschiedene Studien zeigen, dass ältere Arbeitskräfte komplexe Sachverhalte oft besser handhaben können als ihre jüngeren Arbeitskollegen. Um die berufliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, müssen die Arbeitsplatzanforderungen und die beruflichen Belastungen den älteren Mitarbeitenden angepasst werden.

03.10.2007
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Trends im Personalmanagement

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. em. Dr. Dr. h. c. Ursula Lehr aus Bonn, und Prof. Dr. Andreas Kruse, Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg, haben folgenden Artikel verfasst:

  • Lehr, Ursula/Kruse, Andreas (2006): Verlängerung der Lebensarbeitszeit – eine realistische Perspektive? In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 50. Jg. 2006, Nr. 4, S. 240-247

2. Woher, Wohin, Warum ?

"Vor 100 Jahren waren 5 Prozent der Bevölkerung 60 Jahre und älter, heute sind es knapp 25 Prozent, in 20 Jahren werden dies über 33 Prozent, 2050 über 38 Prozent sein." (Lehr/Kruse 2006: 240).

Erwartete Konsequenzen der alternden Berufswelt sind Mängel an qualifizierten Arbeitskräften und Finanzierungsprobleme bei der Altersvorsorge.

Für die bessere Integration älterer Arbeitskräfte in die Arbeitswelt sind Weiterbildungen, gute Anreizsysteme und der Abbau von Vorurteilen von grosser Bedeutung.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Der Artikel zeigt in der Einleitung die Wichtigkeit einer besseren Integration älterer Arbeitskräfte in die Arbeitswelt auf. Danach wird auf die Leistungsfähigkeit sowie die Stärken und Risiken älterer Arbeitskräfte eingegangen. Ein zentraler Abschnitt stellt die Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit durch Anpassung der Arbeitsplatzanforderungen dar.

Nachfolgend werden einige Stärken und Risiken älterer Arbeitskräfte genannt:

  • Erfahrung:Ältere Arbeitskräfte entwickeln über die Jahre ein grosses berufs- und betriebsspezifisches Wissen, dass sie vielseitig einsetzten können.
  • Zusammenhänge:Älteren Arbeitskräften fällt es oft leichter, Zusammenhänge zu sehen und zu verstehen. Sie legen oft eine grössere Leichtigkeit im Umgang mit komplexen Sachverhalten an den Tag und können besser weit reichende Zeitplanungen durchführen.
  • Risiken:Ältere Arbeitskräfte verfügen in der Regel über weniger Körperkraft, müssen Gesundheitseinbussen in Kauf nehmen und sind punkto Informationsverarbeitung oft langsamer als ihre jüngeren Arbeitskollegen.

Um die berufliche Leistungsfähigkeit bis ins Alter zu erhalten, müssen physisch, psychisch und kognitiv belastende Arbeitsplatzanforderungen minimiert werden. Um eine De-Qualifizierung älterer Arbeitskräfte zu verhindern, sind allen Alterskategorien Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel ist für all diejenigen geeignet, die sich mit der Altersproblematik und der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte auseinandersetzen.

5. Wie einzuschätzen ?

Der Artikel befasst sich mit einem sehr aktuellen Thema. Die Autoren sind renommierte Wissenschaftler. Sie zeigen die Problematik der alternden Berufswelt gekonnt auf und leiten anschliessend über zur Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit.