Anforderungen an Telearbeitende

Die Telearbeit gewinnt in der Praxis zunehmend an Bedeutung. Die Vorteile dieser Arbeitsform sind für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer beträchtlich. So kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den eingesparten Arbeitsweg und die grössere Flexibilität erleichtert werden, was zu einer gesteigerten Motivation der Mitarbeitenden führen kann. Davon profitiert auch das Unternehmen. Doch eignen sich alle Menschen für Telearbeit? Diese Arbeit zeigt auf, welche extrafunktionalen Anforderungen (z. B. Selbstdisziplin) wichtig sind, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Wenn diese Fähigkeiten fehlen, kann Telearbeit zu Stress, Termindruck, verminderter Arbeitsqualität und Überforderung führen.

23.02.2009
Gnödinger Susan
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Personaleinsatz

1. Wer, Wann, Wo ?

Susan Gnädinger, Studierende der Wirtschaftswissenschaften der Universität Bern, hat folgende Bachelorarbeit verfasst:

  • Gnädinger, Susan (2006): Anforderungen an Telearbeitende: Funktionale und extrafunktionale Qualifikationen. Unveröffentlichte Bachelorarbeit am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern, Bern 2006

2. Woher, Wohin, Warum ?

Die Telearbeit kam in den letzten Jahrzehnten durch die laufend verbesserten Informations- und Kommunikationstechnologien auf.

In dieses neue Arbeitsmodell wurde viel Hoffnung gesteckt: Der Pendlerverkehr sollte eingedämmt, Rand- und Bergregionen gefördert, Massenarbeitslosigkeit vermindert und die Gleichstellung der Geschlechter gefördert werden.

Diese hohen Erwartungen konnten nicht alle erfüllt werden. Trotzdem gewinnt die Telearbeit gemäss quantitativen Unternehmensbefragungen an Bedeutung.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Die Autorin setzte sich in einem ersten Teil mit dem Begriff Telearbeit und dessen Entwicklung auseinander. In einem zweiten Teil werden die Vor- und Nachteile der Telearbeit für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer aufgezeigt. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf den personellen Anforderungen an Telebeschäftigte.

Als Arbeitsmethode wurde die Literaturanalyse verwendet. Dabei wurden betriebswirtschaftliche und arbeits- und organisationspsychologische Publikationen aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum herangezogen.

Neben der Vertrauenswürdigkeit und der funktionalen Qualifikationen sind insbesondere extrafunktionale Qualifikationen entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz der Telearbeit. Nachfolgend werden einige davon ausgeführt:

  • Selbstorganisation:Die Telearbeit stellt höhere Anforderungen an die Kompetenz der Selbstorganisation als traditionelle Arbeitsformen. Der Arbeitnehmer muss sich eigenverantwortlich organisieren können und das Arbeitsumfeld aktiv gestalten. Wenn diese Fähigkeiten fehlen, können Termindruck, Stress, verminderte Arbeitsqualität und Überforderung die Folge sein.
  • Selbstdisziplin:Trotz möglichen häuslichen Ablenkungen muss der Telearbeitende seine Arbeit zuverlässig erledigen. Dabei fehlen auch die direkte Kontrolle durch den Vorgesetzten, sowie die zeitlichen und organisatorischen Strukturen. Diese Tatsachen fordern ein hohes Mass an Selbstdisziplin.
  • Selbstführung:Um Arbeitsaufgaben ohne direkten Führungseinfluss erfolgreich zum Abschluss zu bringen, benötigt ein Telearbeitender eine ausgeprägte Selbstführungskompetenz.
  • Kontrollmotivation:Arbeitnehmer mit einer hohen Kontrollmotivation entscheiden und handeln gerne eigenverantwortlich. Eine starke Ausprägung dieser Eigenschaft ist für die Telearbeit sehr förderlich.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Geeignet ist diese Arbeit für Praktiker und Theoretiker, die sich mit der Telearbeit auseinandersetzen. Der TeilAnforderungen an Telebeschäftigtekann speziell für Vorgesetzte interessant sein, die über einen Telearbeits-Antrag entscheiden müssen.

5. Wie einzuschätzen ?

Diese Arbeit ist sehr gut gegliedert und zeigt die verschiedenen Aspekte der Telearbeit in einer ausführlichen Form auf.

LF_Anforderungen an Telearbeitende.pdf

Dateien:
 LF Anforderungen an Telearbeitende (316 kB)