Entscheidungsfelder im Supply-Chain-Management - Nutzung der Produkt-Kooperations-Matrix als Gestaltungsrahmen

Durch ein gutes Supply-Chain-Management können Durchlaufszeiten und Lagerbestände optimiert und die Produktentwicklung verbessert werden. Dieser Beitrag stellt die Produkt-Kooperations-Matrix vor, welche vier Entscheidungsfelder des Supply-Chain-Managements beinhaltet. In diesem Konzept geht es neben der Integration der Material- und Informationsflüsse mit Lieferanten und Kunden auch darum, in diversen Bereichen (z. B. Produktdesign) mit anderen Unternehmen zu kooperieren. Das Postponement ist ein Erfolgsbeispiel für die Gestaltung des Produktionsnetzwerkes, weil durch die Differenzierung des Produktes zum spätest möglichen Zeitpunkt enorme Kosten eingespart werden können.

31.03.2009
Stefan Seuring
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Übergreifende Themen zum Personalmanagement

1. Wer, Wann, Wo ?

Dr. Stefan Seuring, wissenschaftlicher Assistent am Supply Chain Management Center des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, hat folgenden Artikel verfasst:

  • Seuring, Stefan (2003): Entscheidungsfelder im Supply-Chain-Management – Nutzung der Produkt-Kooperations-Matrix als Gestaltungsrahmen. In: Zeitschrift für Führung und Organisation (zfo), 72. Jg. 2003, Nr. 6, S. 324-329

Der Originalartikel "Entscheidungsfelder im Supply-Chain-Management – Nutzung der Produkt-Kooperations-Matrix als Gestaltungsrahmen" ist in der Ausgabe 06/2003 der zfo erschienen und wurde exklusiv für das orgportal bereitgestellt. Registrierte Nutzer und registrierte Mitglieder der gfo und SGO können die Langfassung zu diesem Kurzformat auf dem orgportal einsehen.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Supply-Chain-Management ist insbesondere durch die KonzeptePostponementundMass Customizationzu einem wichtigen Begriff geworden.

Es sollen Kooperationen mit Lieferanten und Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette realisiert werden.

Durch ein gutes Supply-Chain-Management können die Gesamtdurchlaufzeit reduziert, die Bestandsrisiken minimiert und die Lieferflexibilität erhöht werden.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Das Supply-Chain-Management ist ein betriebswirtschaftliches Konzept, welches zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Bislang wurde der Fokus auf die Optimierung der Material- und Informationsflüsse mit Lieferanten und Kunden gelegt.

Der Entscheidungsrahmen im Supply-Chain-Management ist jedoch noch grösser und wird durch die vorgestellte Produkt-Kooperations-Matrix veranschaulicht. Neben der Erweiterung der Logistik ist z. B. auch die Kooperation im Bereich des Produktdesigns ein Bestandteil dieses Konzeptes.

DieProdukt-Kooperations-Matrixstellt eine Systematisierung des Gegenstandsbereichs des Supply-Chain-Managements dar. Die Matrix beinhaltet folgende vier Elemente:

  • Konfiguration von Produkt und Netzwerk:Hier geht es darum, welche Produkte oder Dienstleistungen im Verbund mit welchen Unternehmen angeboten werden. Die Kombination von unverwechselbaren Kompetenzen zweier Unternehmen kann dazu führen, dass einzigartige Produkte oder Dienstleistungen hergestellt werden können, welche nur durch das Kooperieren ermöglicht worden sind.
  • Produktentwicklung in der Wertschöpfungskette:Die Unternehmen in der Wertschöpfungskette mit dem besten Entwicklungs-Know-how werden in die Forschungsarbeiten miteinbezogen. Schon sehr früh im Produktlebenszyklus werden gemeinsame Arbeiten durchgeführt. Bei solchen Zusammenarbeiten bedarf es einer starken Koordination der Aktivitäten. Ein Entwicklungspartner kann z. B. über wertvolles Wissen hinsichtlich des Produktdesigns verfügen. Durch die Zusammenarbeit von Lieferanten und Kunden sollen die Bedürfnisse der Endkunden bestmöglich erfüllt werden.
  • Gestaltung des Produktionsnetzwerkes:In diesem Schritt gilt es festzulegen, welche Unternehmung für welche Aufgabe im Produktionsprozess zuständig ist. Entscheidend hierfür ist die optimale Nutzung der Potenziale der einzelnen Unternehmen. Es geht hier um Entscheide bezüglich des Gesamtsystems, d. h. wie die Produktionsschritte angeordnet sind oder wie die Lagerbestände verteilt werden. Ein Beispiel für ein solches Gesamtkonzept ist das Postponement. In diesem Konzept werden Produkte so lange als möglich unspezifiziert im Produktions- und Logistikprozess erhalten. Die Spezifizierung erfolgt zum spätest möglichen Zeitpunkt.
  • Prozessoptimierung in der Wertschöpfungskette: Die Probleme traditioneller Wertschöpfungsketten sollen durch eine Prozessoptimierung vermieden werden. Das Supply-Chain-Operations-Reference-Modell (SCOR-Modell) wird zur Beschreibung von Wertschöpfungsketten verwendet. Die Prozesse werden detailliert beschrieben, was die Modellierung der Wertschöpfungskette ermöglicht. Zu optimierende Leistungskriterien sind der Lagerbestand und die Durchlaufzeit.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Dieser Artikel ist für Studierende oder Praktiker geeignet, welche sich für die Tätigkeitsfelder im Supply-Chain-Management interessieren. Insbesondere für Personen, welche die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette optimieren wollen.

5. Wie einzuschätzen ?

Der vorliegende Beitrag zeigt sehr gut die verschiedenen Entscheidungsfelder des Supply-Chain-Managements auf und geht auf die Potenziale dieses Ansatzes ein. Die Ausführungen sind nach wie vor aktuell.

zfo_6_2003_Seuring.pdf

Dateien:
 zfo 6 2003 Seuring (157 kB)