Burn-out: Vom Individuum zum Unternehmen – Interventionsmöglichkeiten der Betriebswirtschaft

Désirée Baschnagel verfasste 2008 ihre Bachelorarbeit zum Thema "Burn-out aus wirtschaftlicher Sicht". Dabei beginnt die Autorin bei der in der Literatur vielfältig beschriebenen Sicht des Individuums, um daraus mögliche Veränderungsansätze in der Unternehmenskultur und -organisation abzuleiten. Schwerpunktmäßig werden Handlungsalternativen im organisatorischen und personellen/sozialen Bereich aufgezeigt. Nebst einer Begriffsdefinition argumentiert die Autorin aus rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Sicht, weshalb es für Betriebe lohnenswert ist, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern und einem Burn-out möglichst frühzeitig vorzubeugen.

18.08.2009
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Human Resources, Personaleinsatz

1. Wer?, Wann?, Wo?

Désirée Baschnagel, stud. MSc BA hat am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern folgende Bachelorarbeit verfasst:

  • Baschnagel, Désirée (2008): Burn-out. Vom Individuum zum Unternehmen – Interventionsmöglichkeiten der Betriebswirtschaft, Bern 2008

 

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Burn-out wird in immer mehr Betrieben ein aktuelles und oft auch akutes Thema, ja sogar bedrückendes Problem. Oft wird Stress als Ursache für ein Burn-out genannt, doch dies stimmt in dieser vereinfachten Form nicht. In der Arbeit werden insgesamt drei Bereiche aufgezeigt, die ein „Ausbennen“ am Arbeitsplatz fördern. Wollen Betriebe etwas gegen Burn-outs unternehmen, stehen sie nicht selten etwas hilflos da, weil die meisten Bücher zum Thema auf der Ebene des Individuums und nicht auf der Ebene der Unternehmen ansetzen. Aktueller erscheint hier das Internet. In der Arbeit werden die gewonnen Erkenntnissen hinsichtlich der Individuen auf der Ebene der Betriebe verdichtet und mögliche Lösungsansätze in organisatorischer und sozialer/personeller Hinsicht aufgezeigt.

 

 

 

 

 

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Da bis anhin keine einheitliche Definition des Begriffs "Burn-out" existiert, ist es für Betroffene und Betriebe umso schwieriger, dem Phänomen Burn-out entgegenzuwirken. In der vorliegenden Arbeit wird unter Burn-out ein Syndrom verstanden, das u. a. durch Arbeitsstress ausgelöst wird. Wobei Arbeit im Sinne von "Leistung" weit gefasst werden muss, es ist nicht wichtig, ob die Arbeit dabei eine bezahlte oder unbezahlte Leistung darstellt. Über den Stress hinaus ist aber auch die subjektive Einschätzung der Betroffenen hervorzuheben, die wesentlich zur Entstehung eines Burn-outs beiträgt. Als mögliche Ursachen werden im vorliegenden Artikel deshalb Stress an sich, aber auch organisatorische und personell/soziale Ursachen näher untersucht.

 

 

Nebst den Ursachen versuchte die Verfasserin aufzuzeigen, wieso eine Prophylaxe wirtschaftlich und ethisch Sinn macht. Zudem, was viele Arbeitgeber erstaunen mag, sind Unternehmen durch das Schweizerische Obligationen Recht sowie das Arbeitsgesetz auch rechtlich zu einer solchen Prophylaxe verpflichtet.

Die vorgeschlagenen Lösungsansätze werden in organisatorische und personelle/soziale Ansatzmöglichkeiten unterteilt.

  • das Erstellen eines Pflichtenhefts (Stellenbeschreibung,
  • realistische Terminplanungen,
  • Job-Rotation,
  • Job-Enlargement und
  • Job-Enrichment

Bei den personellen/sozialen Möglichkeiten stehen folgende Ansätze im Vordergrund:

  • der Vorgesetzte mit seinem Führungsstil und seiner Aufgabe der betrieblichen Gesundheitsförderung,
  • ein gut funktionierendes Team sowie
  • eine gute Gesprächs- und Feedbackkultur.

 

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Diese Arbeit ist prinzipiell für jeden Betrieb empfehlenswert, da Burn-out überall vorkommen kann. Insbesondere für Personalverantwortliche und Organisationsbeauftragte kann die Arbeit wesentliche Impulse liefern. Denn wie erwähnt, sind Betriebe auch rechtlich zur Wahrung der körperlichen und psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden, im Rahmen des zumutbaren, verpflichtet.

  

5. Wie einzuschätzen?

Diese Bachelorarbeit beleuchtet das Thema „Burn-out“ aus betrieblicher Sicht und versucht einen Überblick über betrieblich relevante Bereiche zu geben. Aufgrund der beschränkten Seitenzahl können diese leider nicht vertiefend dargestellt werden, zudem muss eine Umsetzung immer unternehmensspezifisch ausgestaltet werden, allgemeine Lösungen sind kaum möglich.

Dateien:
 LF Burn-out (637 kB)